Das Fotolabor für Außerformatiges

Digitaler Fotodruck eröffnet heute Möglichkeiten, die im analogen Zeitalter wenigen Profis vorbehalten waren. Zu erschwinglichen Preisen werden jetzt auch Drucker für A3-Format (und größer) populär.

Es ist wirklich die beste aller Zeiten für ambitionierte Fotografen. Zuletzt sind digitale Spiegelreflexkameras mit hochauflösenden Chips in die Preisklasse von Amateuren vorgedrungen (wie berichtet die Canon EOS 350D sowie Nikons D50, beide ab rund 800 Euro). Jetzt wächst auch das Angebot an erschwinglichen speziellen Fotodruckern für Großformate bis zu A3+ (330x483 mm), zu Preisen ab 500 Euro.

Drei Modelle von Canon, Epson und Hewlett-Packard liefern Poster wie aus dem Fotolabor: Möglich wird das durch die Verwendung von bis zu neun Druckfarben für besonders nuancierten Tonverlauf sowie immer winziger werdenden Tintentröpfchen. Und durch Spezialpapiere: Gute Fotowiedergabe braucht entsprechendes Papiermaterial, sonst ist die Mühe vergeben. Alle Hersteller setzen auf die Kombination ihrer jeweiligen Druck- und Papiertechnologie für optimale Fotos.

Im subjektiven STANDARD-Test sind mit freiem Auge keine Qualitätsunterschiede bei den Fotoergebnissen zu erkennen. Die drei Geräte (Canon i9550 um 689 Euro, Epson Stylus Photo R1800 um 625 Euro, HP Photosmart 8750 um 499 Euro, Pro-Version mit Farbkalibrierungswerkzeugen um 649 Euro) liefern beeindruckende Bilder, mit denen die Qualität einer guten digitalen Kamera erst so richtig zum Ausdruck kommt. Und man merkt: Es ist das große Papierbild, das Betrachter erst so richtig beeindruckt - trotz aller Möglichkeiten schöner Präsentationen am Bildschirm. Beim Tempo des Ausdruckes lieferte Canon die raschsten Ergebnisse, gefolgt von Epson und HP. Canon und Epson verwenden acht Farben in getrennten Patronen; HP neun Farben (darunter drei Grauschwarztöne für exzellente Schwarz-Weiß-Bilder), in Patronen zu je drei Farben.

Rasch und einfach startklar

Die Installation läuft sowohl unter Windows XP als auch Mac OS X einfach und schnell, in wenigen Minuten ist das Heim-Fotolabor startklar. Der Anschluss an den PC/Mac funktioniert entweder über USB 2.0 (auch ohne PC direkt von der Kamera) oder Firewire (Canon und Epson). Trotz fehlenden Firewires sind die Anschlussmöglichkeiten bei HP am vielseitigsten: Das Gerät kann auch direkt von Speicherkarten drucken, zur Bedienung ist ein Display eingebaut. Ethernet, Wireless Lan und Bluetooth als Extraausstattung ermöglichen es, dass der Drucker mehreren Benutzern zur Verfügung steht. Unterschiede gibt es bei den verwendeten Druckträgern: Die Formate reichen bei allen von 10 x 15 bis A3+; HP bietet wahlweise eine Papierkassette an der Vorderseite (womit das Papier gewölbt werden muss) oder einen geraden Durchlauf für Einzelblätter; Canon und Epson arbeiten mit geradem Durchlauf von der Rückseite des Druckers und können auch CDs mit Spezialbeschichtung bedrucken. Epson ermöglicht darüber hinaus den Anschluss von Fotopapierrollen. Generell sind die Geräte bei der Art des verwendeten Papiers überaus vielseitig, auch für Spezialwünsche wie schweres Fotopapier mit strukturierten Oberflächen.

Eine besondere Herausforderung ist beim Fotodruck die korrekte Abstimmung vom Aussehen des Bilds am Bildschirm und im Druck. Wer hier optimale Ergebnisse erzielen will muss sich mit der (aufwändigen) Kunst der Farbkalibrierung beschäftigen, was natürlich das Brot der Profis ist. HP bietet nebst der 499-Euro-Standardversion eine Pro-Version um 649 Euro, die das nötige Werkzeug dafür mitliefert.

Noch einige praktische Erwägungen: Die A3-Drucker brauchen natürlich entsprechend mehr Platz (ca. 20 x 60 cm, plus Raum für die Papierausgabe) im "Heimlabor". Sie können aber jederzeit den bisherigen Drucker ersetzen - es sind schnelle Drucker auch für ganz normale Aufgaben. Und der Kaufpreis ist nur ein Teil der Gleichung: Für ein A3-Foto muss mit Kosten von ein bis zwei Euro (ja nach Papier und Tintenverbrauch) gerechnet werden.
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Copyright 2005 Der Standard / Helmut Spudich

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